Die Landung – Praxis

Doch nun genug der Theorie! Wir versetzen uns in die Lage eines Flugschülers, der auf Anweisung seines Fluglehrers eine vollständige Landung auf die Runway 25 des Lübecker Flughafens absolvieren soll. Das Flugzeug befindet sich momentan auf 2000 ft Höhe im Final Leg bei einem Steuerkurs von 250° und einer Geschwindigkeit von 75 kt.

Landung 1

Dir sollte sich nun obiges oder ähnliches Bild bieten. Lasse dich übrigens nicht von der gelb aufleuchtenden „LOW FUEL“-Warnung irritieren. Sie erscheint sobald sich nur noch 30 l oder weniger in einem der beiden Tanks befindet. Für die Landung sollten 9 l je Tank allerdings mehr als ausreichend sein.

Nun liegt es an dir, wann du deinen Sinkflug einleitest. Als Tipp: Orientiere dich an den PAPI-Lichtern – aus dieser Entfernung ist es für gerade Ungeübte schwer einzuschätzen, wann mit der Sinkflug begonnen werden sollte. Sobald die weißen Lichter überwiegen, weißt du was zu tun ist.

Richte auch jetzt dein Hauptaugenmerk auf die PAPI-Anzeige. Etwa 400 ft/min sollten es dir bei dieser Geschwindigkeit ermöglichen, das 3°-Anflugprofil einzuhalten.

Landung 2

Die ersten Häuser erscheinen – allmählich wird es ernst.

Als nächstes werden die Klappen vollständig ausgefahren. Wirke dem „ballooning“-Effekt, der sich beim Ausfahren der Klappen einstellt, entgegen indem du die Leistung weiter reduzierst und die Sinkrate gegebenenfalls etwas erhöhst. Ab jetzt gilt es deine Steuereingaben auf so wenige wie möglich und so viele wie nötig zu beschränken. Du wirst, sehen dass das Flugzeug in einem gut ausgetrimmten Zustand fast von alleine in Richtung Landebahn gleitet.

Landung 3

Short final

In etwa 500 Fuß über dem Boden sollte dein Blick immer wieder zwischen Landebahn, PAPI-Anzeige und Fahrtmesser wechseln. Höhenmesser und Variometer können nun getrost ignoriert werden.

Landung 4

300, 200, …

Spätestens ab diesem Zeitpunkt sollte ein letztes Mal überprüft werden, ob die Anfluggeschwindigkeit stimmt. Jetzt sollte einer guten Landung nichts mehr im Weg stehen. Falls du merkst, zu tief, zu hoch oder nicht korrekt an der verlängerten Centerline ausgerichtet zu sein, rate ich dir den Anflug rechtzeitig abzubrechen und eine erneute Platzrunde zu drehen – auch das macht einen guten Piloten aus.

EDHL Short Final

Falls du dir übrigens während dem Anflug Sorgen machen solltest, du könntest ungewollt einen der Bäume streifen – hier die Entwarnung: Aus der Cockpit-Perspektive eines Simulators ist es zugegebenermaßen nicht immer ganz leicht, die Abstände zu umliegenden Objekten einzuschätzen. Hier in Lübeck wirst du – sofern du dich auf dem Gleitpfad befindest – die Bäume mit einem Abstand von etwa 100 Fuß passieren.

Geschafft! Ich hoffe ich konnte dich durch meine Tipps auf dem Weg zu perfekten Landung ein kleines bisschen weiter bringen. Übe fleißig weiter, nur so erlangt man Routine.

Mein Geheimtipp

Gerade für diejenigen unter euch, die Platzrunden nicht mehr sehen können und lieber sofort im Endanflug beginnen möchten, kann ich das Programm LoLa 17 wärmstens empfehlen. Mithilfe dieses Programms seid ihr imstande, euch in den Endanflug eines selbst gewählten Flughafens sowie einer Landebahn zu „teleportieren“ und eure Landungen unter eigens gewählten Wetterbedingungen zu perfektionieren.